Cars and (wo)men

Ich hab‘ mich immer etwas unwohl gefühlt, wenn ich Südeuropäische Länder wie die Türkei oder Italien bereiste. Wenn du gemütlich durch die Strassen streifst, kannst du darauf wetten, dass jemand auf dich zukommt und dir etwas verkaufen will („bestes Geschäft, das du je gemacht hast“ – natürlich) und sei es nur, einen Platz in ihrem Restaurant („das Beste in der Stadt“ – natürlich). Die verstehen kein „Nein“, auch wenn du ihre Sprache sprichst. Wenn du einen Markt besuchst, passiert dir normalerweise dasselbe. Du kannst nichts genauer ansehen, ohne dass dich jemand anspringt und versucht, dir den Himmel auf Erden zu verkaufen. Sei es in Südeuropa oder an Märkten, es sind oft die Frauen, die von den Verkäufern angepeilt werden. Ich denke sogar, dass Blondinen deren bevorzugte Ziele sind (in Südeuropa aus sexuellen, an Märkten aus intellektuellen Gründen).

Letzte Woche habe ich aber den ultimativen Ort gefunden. Da – wenn du eine Frau bist – schaut dich nicht mal einer an, ausser du bist eine der Frauen, die dort arbeitet. Sei unbesorgt über Verkäufer, die auf dich losgehen, und dich zu Tode langweilen könnten mit ihrem Verkäufergeschwätz. Die wollen dir da gar nichts verkaufen. Nachteil dieses Ortes ist, dass wenn du in männlicher Begleitung dorthin gehst, er dich auch nicht sehen oder mit dir sprechen wird. An dieser Messe wird er nur Augen für die ausgestellten Objekte haben: Autos und vielleicht die eine oder andere gutaussehende, spärlich gekleidete Frau.

Als wir kürzlich den Autosalon in Genf besuchten (wohlgemerkt: Ich war die Initiatorin dieses Unterfangens!), war André derjenige, der leiden musste, dauernd auf der Flucht vor all diesen Verkäufern (nicht nur für Autos, sondern auch Kreditkarten, Autoversicherungen, etc.). Ich fühlte mich ziemlich sicher, ausser dass ich aufpassen musste, mir kein Bein zu brechen, indem ich über einen dieser am Boden liegenden Typen stolpere. Was die da taten, fragst du? Nun, versuchen, mit ihren Digitalkameras ein gutes Bild von der Unterseite der Autos zu schiessen. Was sonst?!? (Frauen, habt ihr jemals von unten auf ein Auto geschaut? Oder auch nur das geringste Bedürfnis dazu gehabt?)

Ich wünschte, Männer könnten denselben Enthusiasmus und dasselbe Interesse für eine Frau entwickeln. Der Geschlechterkrieg wäre vorüber! Wir Frauen würden die Aufmerksamkeit kriegen, nach der wir uns so sehnen, und die Männer würden die Frauen endlich verstehen. Ich habe noch nie einen Mann sagen hören: „Ach, ich gebe auf! Autos sind einfach zu kompliziert!“ Nun, ich denke, Konstruktionsdaten und Gebrauchsanweisungen für Frauen sind sehr viel einfacher zu verstehen als diejenigen für Autos.

Meine Herren, es wäre doch so einfach! Hört unserer Stimme zu, als wäre sie ein gut laufender, getuneter Motor. Denkt euch unser Inneres als das schöne, perfekte Interieur eines neuen Autos mit all den technischen Spielereien, die ihr bis ins kleinste Detail verstehen möchtet. Betrachtet unseren Körper, wie ihr die Karosserie eures Lieblingsautos betrachten würdet (und liebkost ihn, wie ihr euer Auto liebkost, wenn ihr es poliert). Wenn ich mir dies zwar genauer überlege, ist das wahrscheinlich nicht der beste Vergleich. Männer tendieren dazu, ihr eigenes Auto zu vergessen – oder finden es nicht mehr gut genug – sobald ein Ferrari vorbei braust.

Aber, Ladies, ihr braucht euch darüber keine Sorgen zu machen. Glücklicherweise liegt der Ferrari ausser Reichweite der meisten Männer. Falls er dennoch eine Probefahrt machen will, färbt eure Haare blond und fahrt nach Italien…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *